TSG KETSCH e.V. 1902
 TSG Freitagssportler: Jahresausflug nach Bingen/Rüdesheim Germania im Nebel Nach den Vorhersagen der Wetterfrösche sollte das dritte Oktoberwochenende sonnig und warm werden. Mit diesen erfreulichen Aussichten starteten sechs Sportfreunde aus der Gruppe der TSG Freitagssportler am Freitagmorgen bei, wie versprochen, sonnigem Wetter, von Ketsch zu ihrem Jahresausflug mit Ziel Bin-gen am Rhein. Doch schon hinter Worms wurde es wolkiger und Bingen empfing uns mit Nieselregen. FÜr eine Stadttour war dies jedoch kein Hindernis. Am frÜhen Nachmittag, auf dem Weg zum Rochusberg, hatte sich dann doch erfreulicher Weise die Sonne durchgesetzt. Unser Ziel, die St.-Rochus- Kapelle auf besagtem Rochusberg sÜdöstlich von Bingen, ist ein Wallfahrtskirchenort mit bewegter Vergangenheit. Der heutige Bau im neugotischen Stil ist in den Jahren von 1893 bis 1895 errichtet worden. Davor errichtete Bauwerke, die Ältesten aus dem Mittelalter, fielen immer wieder kriegerischen Auseinandersetzungen oder Umweltka-tastrophen zum Opfer. Neben dem sakralen Bauwerk ist auch die Aussicht Über das Rheintal den Weg zum Rochusberg lohnend. Nachdem drei NachzÜgler, die erst Freitagnachmittag fahren konnten, zu uns gesto¿en waren beendeten wir den ersten Tag unseres Ausflugs mit einem Essen in einem Binger Lokal. Der Samstag sollte eigentlich der Höhepunkt unseres Ausflugs werden, doch die „Suppe“ im Rheintal dämpfte erst mal die Erwartungen. Dennoch zogen wir optimistisch um 9.00 Uhr los um mit der Fähre nach RÜdesheim und von dort weiter mit der Seilbahn zum Niederwalddenkmal zu gelangen. Und so standen wir dann gegen dreiviertel Elf Uhr vor der Germania – im Nebel. Dieses, am 28. September 1883 von Kaiser Wilhelm I., eingeweihte heroische Denkmal wurde aus Anlass des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 errichtet und soll die Wacht am Rhein symbolisieren. Die Wacht am Rhein stand vor allem gegen den bösen Erbfeind aus dem Westen. Wir dÜrfen und glÜcklich schätzen, dass wir diese Zeiten, vor allem durch die Schaffung eines geeinten, friedlichen Europas, zumindest im Überwiegenden Teil Europas, Überwunden haben. Infolge des Nebels lie¿ sich die Inschrift unterhalb des Hauptrelief, das mit viel Pathos beladene Lied von der Wacht am Rhein, nur mit viel MÜhe buchstabieren. NatÜrlich war auch der ansonsten von diesem Standort aus herrli-che Blick Über das Rheintal Richtung Bingen – total vernebelt. In dieser Witterung wanderten wir nun weiter durch den Landschaftspark Niederwald, der hoch Über dem Rheintal zwischen RÜdesheim und Assmanns-hausen liegt und ein Ausläufer des Taunus ist. Da der Weg zu der kÜnstlichen Ruine Rossel, von der wir bei klarem Wetter einen schönen Blick auf die gegenÜberliegende MÜndung der Nahe in den Rhein gehabt hätten, gesperrt war, verpassten wir somit nichts. Stattdessen gelangten wir durch die nahe gelegene Zauber-höhle zum Jagdschloss Niederwald, alles im 18. Jahrhundert durch Graf Karl Maximilian von Ostein erbaute Anlagen, fÜr die Kurzweil der damaligen höfischen Gesellschaft. In das nächste Ziel Assmannshausen ge-langten wir mit dem Sessellift, wobei der Neben langsam schwand je näher wir dem Ort im Tal kamen. Hier in der bekanntesten Rotweingemeinde Deutschlands erinnerte uns die Mittagszeit und ein entsprechendes inneres Organ ans Essen, natÜrlich mit einem sÜffigen Rotwein. Da wir mit einem preisgÜnstigen Ringticket ausgestattet waren, das die Gondel- bzw. Sesselliftfahrten und die Fährfahrten von Bingen Über RÜdesheim, Assmannshausen und zurÜck beinhaltete fÜhrte uns die nächste Fahrt, gegen einen kleinen Aufpreis von Assmannshausen Über den Rhein zur Burg Rheinstein. Mittlerweile hatte sich um diese Nachmittagszeit auch der Hochnebel endlich ganz aufgelöst und die Sonne strahlte auf das Mittelrheintal. Wovon wir allerdings nicht so viel profitierten, da wir uns, nun linksrheinisch, auf der Schattenseite des Rheintals befanden. Im-merhin war nun klare Sicht und somit die Aussicht von Burg Rheinstein auf diesen Abschnitt des Rheintals, von dem Kenner behaupten, dass es einer der Schönsten im Verlaufe des Rheins ist, ungetrÜbt. Nach der RÜckkehr ins Hotel in Bingen konnten wir die nötige Körperpflege vornehmen, denn der Abend sollte im RÜdesheimer Nachtleben ausklingen. Nach einem stärkenden Abendessen in einem RÜdesheimer Restaurant stand der obligatorische Gang durch die Drosselgasse an. Obwohl Nachsaison waren die Gaststätten hier noch gut gefÜllt. Mit einigem GlÜck fanden wir einen Tisch in einem Lokal, dass durch einen Alleinunterhalter, der mit Gesang und Gitarrenmusik der siebziger und achtziger Jahre sein Publikum, nebst uns, ansprach. Da wir am Sonntagmorgen die gleichen Wetterverhältnisse wie am Vortag vorfanden, dicker Nebel im Mittelrheintal, beschlossen wir die schnelle RÜckfahrt dorthin, wo der Wetterbericht passte. Und so fÜhrte uns der Heimweg Über einen Zwischenstopp in Bad DÜrkheim, bei dem wir um die Saline und im Kurpark Sonne tankten, zurÜck in unseren sonnigen, warmen Heimatort.
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